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Kaufberatung B-Klasse W245 - B-stellung mit Köpfchen


Vorwort

Immer mehr ehemalige W168-Fahrer liebäugeln mit dem Gedanken, sich eine B-Klasse zu kaufen. Das hat erstens mit dem Design und zweitens mit der Tatsache zu tun, dass einzig sie als legitimer Nachfolger der langen A-Klasse gelten darf. Der W169 kann Platzbedürftige, insbesondere die mit Kind, nur bedingt zufriedenstellen, kostet aber je nach Ausstattung bis zu 3000€ weniger. Werfen wir also ein Blick darauf, was beim Kauf der im Vergleich zum W169 etwas besser ausgestatteten B-Klasse beachtet werden muss.

Allgemeines

Was sind also die objektiven Pro-Argumente für eine B-Klasse? Ganz klar: 544 Liter Kofferraumvolumen, großzügiger Platz im Fond sowie ein ruhigeres, souveräneres Fahrverhalten im Vergleich zum W169 - Länge läuft eben.

Motor und Getriebe

Am Anfang steht die Motorwahl. Diese sind, abgesehen vom 160 CDI, schlicht vom W169 übernommen worden. Und auch hier gilt: Grundsätzlich reicht der B150 aus, vor allem wenn der künftige B nur in der Stadt und mit wenigen km im Jahr bewegt werden soll. Er ist quirlig, laufruhig und durch eine kurze Achsübersetzung drehfreudig. Ein wirklicher Autobahnsprinter ist er nicht, gerade beladen tut er sich an Steigungen doch etwas schwer. B170 und B200 können alles etwas schneller, benötigen dafür aber auch etwas mehr Kraftstoff. Sehr zügig lässt sich ein B200 Turbo bewegen, der sehr gut mit aktuellen Wettbewerbern wie dem Opel Meriva OPC konkurrieren kann. In erster Linie sind aber die Dieselmodelle einen Blick wert. Das gilt für die Vernunftwahl B180 CDI ebenso wie für den B200 CDI, der mit 140PS und 300NM Drehmoment druckvoll, souverän und laufruhig ans Werk geht. Beide Diesel verfügen über zwei Liter Hubraum und genug Kraft für den Alltag. Hier entscheidet die Probefahrt, ob man bereit ist, ausstattungsbereinigt 2000€ mehr für 31 Mehr-PS zu bezahlen.

Das Getriebe ist wie immer Geschmackssache. Eine klassische Automatik gibt es nicht, lediglich das CVT-Getriebe "Autotronic", eine stufenlose Automatik, wird für ca. 1700€ extra angeboten. Entspannt bei niedrigen Drehzahlen gleiten liegt diesem Getriebe am Besten, die ruckfreie Beschleunigung erinnert an Roller fahren. Der manuelle Modus mit 7 Gängen kann optional auch am Lenkrad via Schalttasten bedient werden. Abgesehen vom B200 Turbo verfügen alle Benziner ohne Aufpreis über ein weiter entwickeltes 5-Gang-Getriebe, das von den ursprünglichen Getrieben des W168 abstammt. Die Diesel und der Turbo fahren serienmäßig mit sechs Gängen. Die Schalter sind insgesamt etwas knochiger zu bedienen als die aus dem W168 bekannten Schaltboxen, die Präszision ist aber ausreichend gut.

Ausstattung

Bei der Ausstattung Maß und Ziel zu finden gestaltet sich bei der B-Klasse schwierig. Problemlos sind über 10000€ an Zusatzausstattung möglich. Wenden wir uns nach der Wahl von Motor und Getriebe also der Ausstattung zu.

Es gibt ein paar kleine "Must-Have", die Mercedes schlicht vergessen hat, serienmäßig anzubieten. Dazu zählt in jedem Falle das Sitzkomfortpaket (u.A. mit Lendenwirbelstütze), das dankenswerterweise recht günstig ist. Das Easy-Vario System ermöglicht den Ausbau des Beifahrersitzes und der Fondsitzbank, ist also ebenfalls zu empfehlen, um dem Anspruch an ein variables Auto gerecht zu werden. Serienmäßig lässt sich der Beifahrersitz nach vorne klappen. Diese Option entfällt aber, wählt man die aufpreispflichtigen Sportsitze. Ein weiteres wichtiges Feature ist der Windowbag, der erstaunlicherweise tatsächlich extra bezahlt werden muss. Im Besonderen wenn des öfteren Fondpassagiere an Bord sind, lohnt sich auch der hintere Sidebag, ebenso wie Gepäcknetze an den Lehnen für 58€. Auch nützlich sind Schubladen unter den Frontsitzen, für rund 100€ sind sie erhältlich. Die längs einstellbare Lenksäule für ~ 160€ Aufpreis sollte man sich auch gönnen, um eine optimale Position am Volant finden zu können.

Hier beginnen eigentlich die Nettigkeiten, denn alles Unabdingbare ist nun an Bord. Insbesondere für den Wiederverkauf lohnt sich das Exterieur Licht- und Sichtpaket, welches in der Hauptsache nicht nur einen Regensensor, sondern auch einen automatisch abblendenen Innenspiegel inkludiert hat - und das für recht günstige ~ 200€. Die Auffindschaltung ist ebenfalls eine darin enthaltene Nettigkeit. Wer früher ein Fahrzeug mit Komfortfensterhebern besessen hat, wird nie wieder darauf verzichten wollen. Hier hat Mercedes gespart - serienmäßig lassen sich nur die vorderen Scheiben mit einem Knopfdruck versenken, zum Schliessen muss der Knopf gedrückt gehalten werden. Ein echtes Ärgerniss, welches einem Elegance-verwöhnten W168-Fahrer die 4-fach elektrischen Fensterheber schon fast aufzwingt. Sitzheizung wird ebenfalls immer gerne gesehen und verwendet und ist beim Wiederverkauf auch ein wichtiger Ausstattungspunkt, ebenso wie der Aschenbecher für schlappe 29€ Aufpreis... Sinnvoll ist auch eine 12V Steckdose im Kofferraum für ca. 25€; Eine Kühlbox lässt sich so stressfrei und mit kurzen Kabelwegen betreiben. Insbesondere Kinder werden das Interieur Lichtpaket zu schätzen wissen, denn damit haben sie eine eigene Leseleuchte im Fond, die das Lesen und Malen auch in der Dunkelheit ermöglicht, ohne den Fahrer über Gebühr abzulenken. Das ist aber auch das einzige Argument für dieses Lichtpaket, alles weitere enthaltene ist eigentlich Spielerei. Die rund 200€ kann man zum Beispiel mit einer Zulage von 90€ in ein Tempomat investieren, das insbesondere Autobahnfahrer zu schätzen wissen, gerade in Verbindung mit der Autotronic.

Neben dem Exterieur Licht- und Sichtpaket bietet Mercedes zwei weitere Pakete: Das Exterieur-Chrompaket sowie das Sportpaket, das u.A. das Chrompaket umfasst. Das Sportpaket ist für alle Motorvarianten ein sehr attraktives Angebot, da es nicht nur Alufelgen in 17", Lederlenkrad/-handbremsgriff und -schalthebel umfasst, sondern auch eine Teillederausstattung (wählbar in drei Farben) sowie - wie schon erwähnt - das Chrompaket, mit dem die B-Klasse schlicht und ergreifend doppelt so edel wirkt. Es rechnet sich, dieses Paket statt der Einzeloptionen zu bestellen. Neben des grünstigeren Preises bekommt man auch optische Features wie Sportpedale, ein entsprechend designtes Lenkrad sowie Aluapplikationen im Innenraum und viele weitere optische Gimmicks geboten. Zudem ist der Aufpreis auf die Sportsitze nun geringer, für ca. 150€ ist man dabei. Ob nun Komfort- oder Sportfahrwerk, was man mit dem Sportpaket ohne Aufpreis wählen kann, ist Geschmackssache und sollte unbedingt vorher bei einer Probefahrt geklärt werden. Holzliebhaber werden mit dem Sportpaket aber nicht glücklich werden, denn die Ausstattung "Myrte" für 290€ extra ist hiermit nicht kombinierbar.

Die Aufpreisliste ist hier noch nicht einmal zur Hälfte ausgefüllt. Was also noch dazu nehmen? Für Frischluftfanatiker lohnt sich auf alle Fälle das Glaslamellenschiebedach für ca. 1100€ extra (bei dem Preis muss man auch erstmal an die frische Luft...) , welches, gekoppelt an die 4-fach-Fensterheber, sogar über eine Komfortfunktion verfügt. Für alle, die sich nur mehr Licht wünschen, reicht das Panoramaglasdach absolut aus. Durch die insbesondere nach vorne recht unübersichtliche Karosserie kann sich die Parktronic lohnen, knapp 700€ sind aber ein happiger Aufpreis. Runde 1300€ legt man für Xenonlicht auf den Tisch, das aber hier im Gegensatz zum W169 über eine Kurvenlichtfunktion verfügt, also mitlenkt. Es lohnt sich insbesondere für Leute, die oft nachts unterwegs sind und/oder Überholprestige zu schätzen wissen. Die serienmäßige Beleuchtung ist aber durchaus angemessen und ausreichend.

Die Thermotronic, also die Klimaautomatik, ist ein sehr komfortables Feature, aber in Anbetracht der serienmäßigen Klimaanlage kein unbedingt notwendiges Ausstattungsdetail. Knappe 600€ Aufpreis sind auch hier recht hoch, zudem entfällt die Option einer nachträglich eingebauten Standheizung - diese ist nur mit der normalen Klimaanlage kompatibel.

Multimedia- und Navigationsausstattung obliegen dem persönlichen Geschmack. Wie üblich sind die vom Hersteller erhältlichen Radios für das Gebotene zu teuer, fügen sich aber sehr harmonisch in die Mittelkonsole ein und lassen sich über das Lenkrad bedienen - über Adapter geht das aber auch mit Radios von Drittherstellern. Auf alle Fälle sollte die Radiovorrüstung mit an Bord sein, ansonsten ist weder eine Antenne noch die nötige Verkabelung eingezogen und muss aufwändig nachgerüstet werden. In Sachen vom Hersteller erhältliche Navigation reicht das APS50 vollkommen aus; das Comand ist getrost als Luxus zu definieren, bietet im Multimediabereich durch den Bildschirm aber mehr Möglichkeiten, z.B. eine TV-Funktion. Das Soundsystem, neuerdings von Harmann/Kardon, bietet gute Klangeigenschaften, ist aber auf das platzraubende Reserverad angewiesen. Hier sollte man individuell entscheiden, zumal es entsprechende Sound-Lösungen im Nachrüstbereich gibt, die weniger bzw. das gleiche kosten und mehr bieten.

Die nun hier nicht erwähnte Ausstattung ist nicht deswegen nicht erwähnt, weil sie sinnlos wäre, sondern nur, weil sie den individuellen Bedürfnissen angepasst werden sollte. Alarmanlage, Anhängerkupplung, Multikonturfahrersitz, elektrische Einstellung der Sitze, Automatische Kindersitzerkennung AKSE, elektrische Spiegelanklappfunktion, AMG 18" Felgen, all das sind tolle Ausstattungsdetails, die mit den eigenen Bedürfnissen und natürlich dem Geldbeutel vereinbar sein müssen.

Fazit

Schon mit recht wenig Zusatzausstattung bekommt man ein vollwertiges Familienfahrzeug, das einfach überzeugt. Behände lässt es sich bewegen, komfortabel ist es, aber, und das muss man sagen, im Vergleich zur Konkurrenz VW Touran & Co. sehr teuer. Im Gegenzug bekommt man aber ein sehr gutes Automobil, vielleicht das momentan Beste und Wertigste seiner Klasse. Man sollte sehr gut überlegen, ob man den Gedanken W169 nicht zu Gunsten eines W245 abändert. Für nur-zu-zweit-in-der-Stadt-Fahrer lohnt sich der B vielleicht nicht unbedingt, für alle Anderen gilt die unbedingte Empfehlung, sich den B etwas genauer anzuschauen.
 

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