Aufruf: Wer kann Teile aus GFK bauen?

Diskutiere Aufruf: Wer kann Teile aus GFK bauen? im W168 Exterieur, Karosserie, Motor und Fahrwerk Forum im Bereich W168 Tuning & Veredelung; Servus liebe Elchfans, ich such jemanden der mir die Carlsson Frontspoilerlippe nachbaut oder so ähnlich nachbaut ein Frontspoilerlippe halt....

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. #1 Michael F, 13.01.2007
    Michael F

    Michael F Elchfan

    Dabei seit:
    17.06.2006
    Beiträge:
    124
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    KFZ-Mechatroniker
    Ort:
    Augsburg
    Marke/Modell:
    A 140 Classic
    Servus liebe Elchfans,

    ich such jemanden der mir die Carlsson Frontspoilerlippe nachbaut oder so ähnlich nachbaut ein Frontspoilerlippe halt. Also wer Erfahrung hat mit GFK und schon mal ein paar Teile gebaut hat, kann sich ja bitte bei mir melden. Natürlich zahl ich auch gut vorausgesetzt es ist ein realistisches Angebot.

    BITTE BITTE MELDET EUCH IHR GFK FACHLEUTE UND SCHICKT MIR VIELLEICHT EIN ANGEBOT ZU.

    e-Mail oder PN, ich ruf alles jeden Tag mehr mals ab.

    Danke schon mal an alle die sich melden.

    MFG Michael
     
  2. Anzeige

  3. #2 xThw880x, 13.01.2007
    xThw880x

    xThw880x Elchfan

    Dabei seit:
    18.04.2005
    Beiträge:
    732
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Diplom-Ökonom
    Ort:
    Halle/Saale
    Marke/Modell:
    Mazda 6 2.0 Sport
    na mal sehen wer sich hier meldet!;)
     
  4. #3 Michael F, 13.01.2007
    Michael F

    Michael F Elchfan

    Dabei seit:
    17.06.2006
    Beiträge:
    124
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    KFZ-Mechatroniker
    Ort:
    Augsburg
    Marke/Modell:
    A 140 Classic
    Schade Elkhunter.

    MFG Michael
     
  5. #4 >>A-160<<, 13.01.2007
    >>A-160<<

    >>A-160<< Guest

    Hallo,

    habe meine Scheinwerferblenden selber aus GFK gemacht.
    Würde dir vielleicht Kleinigkeiten machen.
    Aber traue mich nicht an eine Stoßstange.

    mfg
     
  6. #5 Michael F, 13.01.2007
    Michael F

    Michael F Elchfan

    Dabei seit:
    17.06.2006
    Beiträge:
    124
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    KFZ-Mechatroniker
    Ort:
    Augsburg
    Marke/Modell:
    A 140 Classic
    Ein schwert wäre nicht schlecht, das ich dann hinschrauben und mit Karosseriekleber fest machen kann.

    A-160 komm doch in den Elchfans Chat, da bin ich gerade

    MFG Mike
     
  7. cooper

    cooper Elchfan

    Dabei seit:
    05.08.2005
    Beiträge:
    4.297
    Zustimmungen:
    14
    Beruf:
    Redakteur
    Ort:
    Hannover/Eschwege
    Marke/Modell:
    B180 CDI (W245), A170L CDI (V168.109)
    Servus Michael,

    erst mal: Ich melde mich hiermit nicht freiwillig, dir eine solche Spoiler-Lippe zu bauen. Weil das ist doch ein Stück Arbeit und verschlingt nicht wenig Zeit.

    Ich möchte dich ermutigen, es einfach selbst zu versuchen. GFK bzw. CFK herzustellen ist absolut kein Teufelszeug, sondern sogar ziemlich einfach. Das kann jeder, behaupte ich, wenn er ein paar Grundlagen berücksichtig. Das ganze ist, so lange du bei GFK bleibst, auch nicht weiter teuer. Glasfasergewebe in den hier benötigten Stärken kriegst du bei Ebay für ein paar Euro, fehlt noch einwenig Harz. Wenn du Kohlefaser nehmen willst, wird's halt ein paar Euro teurer, dafür brauchst du dann weniger Material bei gleicher Steifigkeit.

    Der GFK- und CFK-Bau beruht einfach darauf, dass du mehrere Schichten eines Gewebes übereinander legst und mit Epoxyd-Harz tränkst (das nennt man laminieren). Das Harz zieht in das Gewebe und verbindet die Fasern untereinander -- das Ergebnis ist ein ziemlich steifes Stück Plastik. Grundsätzlich kannst du jede beliebige Faser verwenden -- selbst ne alte Jeans oder ein Unterhemd, wenn du magst. Spielt überhaupt keine Rolle, so lange du keine bestimmte Zug- oder Bruchfestigkeit benötigst.

    Natürlich hängen die Festigkeit und das Gewicht des Endprodukts maßgeblich von der Festigkeit der Faser ab, das ist der Grund, warum man meist Glasfaser (extrem reißfest, geringes Gewicht) oder eben Kohlefaser (noch reißfester, noch leichter) verwendet und eben nicht ein paar alte Socken.

    Mit diesem Wissen kannst du schon ein paar wunderschöne Glas- oder Kohlefaser-Platten herstellen: Einfach den Stoff übereinander auf einen Tisch gelegt, einwenig Harz drüber gegossen, noch ein Brett zum Pressen drüber gelegt und warten, bis das ganze hart ist. Dein Problem wird nur sein, dass du weder das Brett von der GFK-Platte noch die GFK-Platte vom Tisch wieder runter kriegst -- das Harz hat die drei Dinge für alle Ewigkeiten miteinander verklebt. Würdest du aber einfach eine Frischhaltefolie zwischen Gewebe und Tisch sowie Gewebe und Brett legen, bekommst du eine wunderschön glatte Platte -- denn das Harz haftet an der Frischhaltefolie nicht. Alternativ könntest du Tischplatte und Brett mit Wachs bestreichen (so genanntes Trennwachs) oder Folientrennmittel (quasi flüssige Plastikfolie in einer Flasche, die noch dazu wasserlöslich ist) benutzen, damit du das GFK-Werkstück nach dem Aushärten wieder aus der Form (Tisch und Brett) herausbekommst.

    Wenn es denn nun einmal kein Brett sein soll, sondern ein etwas komplexeres Gebilde wie deine Spoiler-Lippe, dann brauchst du ebenfalls eine Form. Dies Form kannst du prinzipiell aus jedem beliebigen Material fertigen, ganz egal. Manche Materialien eignen sich jedoch deutlich besser als andere. Zum Beispiel wäre eine Form aus Eichenholz ziemlicher Unfug -- das ist nur unnötig schwer zu bearbeiten. Besser ist es da schon, Balsa zu verwenden -- das kannst du mit jedem Messer bearbeiten und zur Not in Form drücken.

    Oder aber du verwendes Styropor. Das ist nicht nur billig, sondern ebenfalls leicht zu bearbeiten -- und vor allem später sehr leicht zu entfernen, wenn man das GFK-Werkstück einfach mit Aceton abspült. Das Aceton löst nämlich das Styropor auf, das richtige Epoxyd-Harz hingegen nicht.

    Und damit kommen wir zum Material: Du brauchst vernünftiges Epoxyd-Harz, für dein doch recht überschaubares Projekt sollten 500-800ml ausreichen. Aus meiner Erfahrung heraus empfehle ich dir Harze von R&G, zu finden z.B. bei Ebay oder auch über http://r-g.de. Die sind UV-fest, lassen sich sehr gut verarbeiten und vergilben nicht. Dort auf der Homepage findest du übrigens auch ein paar nette Filme, die zeigen, wie man vernünftig laminiert, Harz anmischt, und wie sich die Glasgewebe unterscheiden.

    Für dein Projekt brauchst du das Epoxydharz L und den Härter L. Das ergibt ein so genanntes Langzeit-Harz, das du gut 40 Minuten lang nach dem Anmischen verarbeiten kannst, das aber auch 8-24 Stunden zum Aushärten braucht. Eine Packung mit einem Kilo Harz plus Härter kostet dich 20 Euro, das sollte in jedem Fall reichen.

    Die Glasmatten kannst du problemlos direkt bei Ebay ersteigern. Da werden oftmals Reste angeboten, wenige Quadratmeter von der Rolle oder so. Wichtig ist das Gewicht pro Quadratmeter, da brauchst du 80 bis 160 Gramm/m², und die Webart. Es gibt Leinengewebe, das wie normaler Jeans-Stoff recht steif ist -- das kannst du nicht gebrauchen, sondern du brauchst so genanntes Köper-Gewebe. Wenn die Fadenfolge dabei steht, nimm am besten 2/2 (2 drüber, 2 drunter, 2 drüber, 2 drunter ...). Je leichter das Glasgewebe, desto feiner ist es. Es spricht also nichts dagegen, die Matten zu mischen -- an der Oberfläche z.B. zwei Lagen mit 80g und unten drunter nochmal zwei mit 160g. Kauf dir einfach von beidem so zwei bis drei Quadratmeter, das reicht dir.

    Jetzt kommt der aufwändigste Teil: Du brauchst in irgend eine Form, denn bis das Harz ausgehärtet ist, muss das GFK gestützt werden, sonst verliert es seine Form. An diesem Schritt wirst du am längsten sitzen, denn die Qualität der Form entscheidet maßgeblich über das Ergebnis -- jeden Kratzer, jede Unebenheit in der Form siehst du nachher im GFK-Werkstück.

    Wenn du jemanden kennst, der eine solche Spoiler-Lippe hat, ist es am einfachsten. Im Idealfall schraubt er sie dir zum Abformen ab -- dann reinigst du sie gründlich, polierst sie vielleicht noch und trägst dort ein oder zwei Schichten Hartwachs auf. Darüber wird sich der Besitzer sicherlich freuen, wenn er die Lippe zurück bekommt. Anschließend trägst du mit dem Pinsel eine Schicht Trennwachs auf, polierst sie leicht, und trägst noch mindestens eine zweite Schicht davon auf. Darüber kommt noch einmal Folientrennmittel. Dabei musst du unbedingt darauf achten, dass du immer geschlossene Schichten herstellst und sie auch über die Ränder leicht überlappen. Dies ist deine Versicherung, dass das Harz später keine Chance hat, den Lack zu erreichen und sich dauerhaft mit ihm zu verbinden -- sonst hast du am Ende eine Form am Spoiler, die nie wieder runter geht. Auch Tesafilm (z.B. das breite klare Paketklebeband) ist Harz-sicher, damit kannst du z.B. Aussparungen abkleben.

    Hast du den Spoiler vorbereitet, stellst du eine so genannte Innenform her. Das heißt, du trägst erst mal mit dem Pinsel eine Schicht fertig gemischtes Harz auf den gewachsten Spoiler auf. Pass dabei auf, dass du nicht reibst, sondern nur tupfst, sonst geht womöglich noch das Folientrennmittel mit runter. Du hast zwar noch drei Schichten Wachs als Versicherung, unschön ist es dennoch. Und arbeite möglichst wenige Luftblasen mit ein, jede Blase gibt nachher ein Loch in der Form, und das wiederum eine rauhe Oberfläche am GFK-Werkstück. Wenn du eine ganz besonders glatte Form haben willst, kannst du für die erste Schicht auch so genanntes Gelcoat (Deckschicht-Harz) verwenden. Das ist etwas teurer, dafür brauchst du davon aber auch nur wenig, denn du benutzt es nur für die erste Schicht. Das Gelcoat-Harz bildet keine Luftblasen, ist UV-fest und beschert dir eine unglaublich glatte Oberfläche. Auf das Harz legst du dann die erste Lage Glasfaser, und zwar das leichteste/feinste, das du hast. Das muss nicht unbedingt ein einzelnes Stück sein, du kannst auch mit einigen Streifen arbeiten, musst dann aber zusehen, dass keine größeren Lücken zwischen den Stücken entstehen.

    Das Glasgewebe in Köper-Webart ist für solche runden Gegenstände wie den Spoiler sehr gut geeignet, weil die Fäden einfach nur zusammengeschoben sind und du sie leicht mit dem Pinsel verschieben kannst -- so passt sich das Gewebe problemlos und ohne Falten praktisch jeder Form an. Ganz anders als Leinengewebe, das recht fest ausfällt und eigentlich nur für Platten oder ganz leicht gewölbte Formen taugt. Wichtig ist, dass du das Gewebe mit dem Pinsel andrückst, so dass es ohne Lufteinschlüsse komplett mit Epoxy durchtränkt ist. An der Stelle nimmt man beim ersten Mal gern zu viel Harz -- was aber nur Verschwendung ist, weil überflüssiges Harz einfach kleine Lachen oder Tropfen bildet, die aber nichs zur Stabilität beitragen. Also wenig Harz nehmen und sorgfältig andrücken -- am besten fängst du in der Mitte des Spoilers an und arbeitest dich dann nach allen vier Seiten nach außen. Überstehende Mattenteile schneidest du nur ganz grob ab, lass lieber etwas mehr überstehen, das lässt sich später leicht entfernen.

    Für die Form wirst du mit Sicherheit vier Lagen Glasgewebe brauchen -- zwei mal fein, zwei mal gröber. Wenn du magst, kannst du auch mehr Glas drauf legen, so dass eine sehr steife Form entsteht. Grundsätzlich sind steife Formen besser als weiche, weil das GFK-Werkstück dann ohne Verzug gefertigt wird. Allerdings ist dann das Ausformen der Vorlage schwieriger, in dem Fall des Spoilers. Ich würde wahrscheinlich bei 4 Lagen aufhören und das ganze mindestens 16h bei mindestens 20 Grad Raumtemperatur aushärten lassen (auch beim Verarbeiten sollte der Raum keinesfalls weniger als 16 Grad haben!). Nach 16 Stunden kannst du dann nachsehen, wie fest das GFK schon geworden ist -- ich entferne nach der Zeit meist die Vorlage aus der Form, weil das GFK noch ein kleinwenig weich und nicht glashart ist. Das kann aber auch schief gehen -- zeigen sich auf dem eigentlich fast transparenten GFK-Werkstück weiße Fäden oder Flächen, ist das Gewebe an der Stelle überbeansprucht worden -- das ist zwar kein Beinbruch, aber auch nicht gut. Wenn du sicher sein willst, wartest du 24 Stunden, bis das Gewebe richtig ausgehärtet ist. Dann schälst du den Spoiler vorsichtig aus der Form -- das knackt durchaus mal einwenig, weil erst Luft zwischen Spoiler und GFK kommen muss. Den Spoiler wäschst du dann mit Wasser ab (Folientrennmittel) und polierst das restliche Trennwachs herunter -- dann brauchst du ihn nicht mehr.

    Du hast nämlich jetzt eine Innenform für den Spoiler, mit exakt dessen Maßen. Das ganze nennt man eine Innenform, weil du die Glasmatten für das spätere GFK-Werkstück in die Form legst, die Form also außen herum ist. Damit ist die erste Lage gleichzeitig die obere Lage, die später von außen zu sehen sein wird -- und die wird bei Innenformen besonders glatt. Bei Außenformen lassen sich Unregelmäßigkeiten eigentlich nie ganz vermeiden, weswegen man GFK-Werkstücke aus Außenformen meist noch recht umfangreich zurechtschleifen muss, bis man eine wirklich glatte Oberfläche bekommt. Zudem trägt Glasfaser immer ein wenig auf, so dass man bei einer Außenform nicht unbedingt die 100 prozentig exakten Maße erhält.

    Jetzt ist es an der Zeit, falls noch nicht geschehen, die Form mit ein paar weiteren Lagen Glas zu versteifen. Das kann auch ruhig gröberes Gewebe sein, im Bereich 200-400 g/m². Mit dieser Form kannst du fast beliebig viele Kopien herstellen. Dazu wachst du die Form einfach zweimal, trägst das Folientrennmittel auf und machst dich an dein erstes GFK-Werkstück.

    Du beginnst am besten wieder mit Gelcoat. Bei der Gelegenheit solltest du dir Gedanken um die Farbe des Spoilers machen. Wenn du z.B. ein rotes Auto hast, solltest du auch das Harz für den Spoiler rot einfärben. Dafür gibt es spezielle Epoxydharzfarben, von denen du nur ganz wenig dem Harz beimengst -- die Durchfärbung ist beträchtlich. Der Vorteil davon ist, dass ein eventueller Kratzer oder Steinschlag später nicht gleich auffällt, weil eben nicht unter dem Lack gleich das weiße Epoxy hervorschaut sondern eine ungefähr ähnliche Farbe.

    Hast du das Gelcoat als erste Schicht aufgetragen, legst du wieder zwei Lagen feine Glasmatte hinein. Achte dabei darauf, dass die Faserrichtung der beiden Lagen verschieden ist -- z.B. die erste Lage 45 Grad verschränkt, die zweite 90 Grad. Das bringt zusätzliche Stabiliät.

    Vier bis sechs Lagen Glasfaser sind für den Spoiler sicher ausreichend, wie schon bei der Form solltest du möglichst wenig Harz verwenden, aber drauf achten, dass die Matten gut durchtränkt sind. Bist du fertig, denke dran dass du nur 40 Minuten zur Verarbeitung des Harzes hast, lässt du das ganze wieder einen Tag trocknen. Dann ziehst du das GFK-Werkstück aus der Form und hast deinen ersten Spoiler in den Händen. Die Ränder beschneidest du noch (Staubmaske tragen, das staubt höllisch!), bis nichts mehr über steht.

    Bei Werkstücken, die aus Innenformen stammen, brauchst du in der Regel kaum etwas nachzuschleifen. Du kannst den Spoiler entweder noch füllern und den Füller verschleifen, oder aber du gibst ihn direkt zum Lackierer und lässt ihn das machen. Vorher würde ich aber erst mal zur Anprobe schreiten -- nicht dass nachher nichts passt.

    Das war bislang der einfache Weg, wenn du einen fertigen Spoiler einfach zu Hause abformen kannst. Wenn du hingegen den Spoiler am Auto abformen musst, wird's komplizierter.

    Im Blumenhandel gibt es für Gestecke ein grünes Kunstmoos in Blöcken. Das fühlt sich sehr krümelig an und lässt sich, wenn es nass ist, sehr gut zusammendrücken. Wenn du die Form am Auto abnehmen musst, könntest du eine breite Latte mit den Moosblöcken bestücken, anfeuchten und dann auf den Spoiler drücken. Zurückbleiben sollte ein Negativ-Abdruck des Spoilers. Dann lässt du das Moos langsam trocknen, das dauert durchaus ein paar Tage, und legst es nochmal auf. Passt das noch, hast du schon wieder eine fertige Innenform -- allerdings eine Einweg-Form, die du auf der Innenseite erst einmal mit Harz benetzt und aushärten lässt. Wichtig ist, nur ganz wenig Harz zu verwenden, damit sich keine Lachen oder Tropfen bilden können -- es stabilisiert nur die Form ein kleinwenig.

    Ist das Harz trocken, kannst du noch mit einem feinen Schmirgelpapier versuchen eine halbwegs glatte Oberfläche hinzubekommen. Dann trägst du wie gehabt Wachs und Folientrennmittel auf, legst Glas rein und baust dein GFK-Werkstück. Ist das alles ausgehärtet, zerbrichst du die Moosform und hast deinen Spoiler. Dieser wird allerdings deutlich rauher sein als in der direkt abgeformten Variante, d.h. den musst du nachschleifen.

    Die schwierigste Konstruktion ist, den Spoiler aus einem Stück Styropor selbst anzufertigen. Hier baust du, frei Schnautze oder nach Bildern, einen Spoiler als Positiv in 1:1. Das hat den Vorteil, dass du den Spoiler beim Bearbeiten immer wieder ans Auto halten und nachsehen kannst, ob er auch wirklich passt. Für den letzten Feinschliff nimmst du Schmirgelpapier, damit eine möglichst glatte Oberfläche entsteht.

    Das Styropor-Modell ist dann quasi deine Vorlage, d.h. du baust wieder eine GFK-Form, wobei du die erste Lage Gelcoat direkt auf das Styropor aufbringst -- Wachs oder Folientrennmittel brauchst du nicht unbedingt, schadet aber auch nichts. Ist die Form fertig und ausgehärtet, löst du das Styropor einfach mit Aceton auf -- fertig ist deine Innenform.

    Wie du siehst, viele Wege führen nach Rom, sie sind aber alle nicht ganz einfach. Die Verfahren sind aber erprobt, z.B. im Schiffsbau, Flugzeugbau und natürlich im Modellbau. Viel schiefgehen kann da eigentlich nicht.

    Viele Grüße, Mirko
     
  8. #7 Michael F, 13.01.2007
    Michael F

    Michael F Elchfan

    Dabei seit:
    17.06.2006
    Beiträge:
    124
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    KFZ-Mechatroniker
    Ort:
    Augsburg
    Marke/Modell:
    A 140 Classic
    Jo Mirko,

    vielen vielen Danke für die Anleitung iss ja genial. Wenn du noch was schreiben willst wegen (kurze Schreibpause), dann bitte bitte tu das. Der erst Teil ist schon ausgedruckt ;). Ich denke ich werde das in angriff nehmen.

    Danke danke Mirko.

    MFG Michael
     
  9. cooper

    cooper Elchfan

    Dabei seit:
    05.08.2005
    Beiträge:
    4.297
    Zustimmungen:
    14
    Beruf:
    Redakteur
    Ort:
    Hannover/Eschwege
    Marke/Modell:
    B180 CDI (W245), A170L CDI (V168.109)
    ... und da bin ich an die maximale Größe eines Postings von 15000 Zeichen glatt angestoßen.

    Hier noch eine schlechte Nachricht für dein Bastelprojekt: Bist du sicher, dass dir der TÜV deine Selbstbau-Spoiler-Lippe auch ohne Gutachten o.ä. eintragen wird? Weil eine ABE hast du natürlich nicht für den Selbstbau, und ich bin mir ziemlich sicher dass du den Spoiler ohne ABE und ohne Eintragung nicht einfach so anbauen darfst...

    Viele Grüße, Mirko
     
  10. caessy

    caessy Elchfan

    Dabei seit:
    27.04.2005
    Beiträge:
    1.643
    Zustimmungen:
    2
    Cooper@ *daumen* *daumen* *daumen*

    Trotzdem sucht ein Bekannter von mir so einen GFK Künstler,
    der Auftragsarbeiten macht, nach möglichkeit im Südbadischen Bereich!
    Es geht darum, das Formteile für Landmaschinen gemacht werden soll.
    Darum hänge ich mal unverschämt ;) an dem Tread dran.
     
  11. juny79

    juny79 Elchfan

    Dabei seit:
    23.08.2006
    Beiträge:
    610
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Schauwerbegestalterin
    Ort:
    Rhein-Neckar-Kreis (HD)
    Marke/Modell:
    Cocktail-Elch
    Hallo Cooper
    Deine Anleitung ist *thumbup*
    Wollte schon immer mal gern versuchen was aus GFK zu bauen.
    Styro-Formen hab ich schon oft gemacht, und du schreibst, man kann, nachdem man das Styro abgeschmirgelt hat, einfach GFK drüberziehen.
    Styro bleibt doch aber immer ziemlich rauh, ist es dann nicht besser, das Styro nochmal mit Modelliermasse, Gips etc. zu überziehen und glattzuschleifen?
    Und da drüber dann das Folientrennmittel?
    Ich kenn das nur so, daß man das Styropor nochmal überzieht, weil es einfach zu rauh ist,
    aber läßt sich das dann auch mit Folientrennmittel überziehen, denn Gips saugt sich ja voll?

    Fragen über Fragen ;D

    Jedenfalls hab ich deine Anleitung mal ausgedruckt
    und bin damit als Einkaufsliste in einen Modellbau-Laden gefahren *yes*
     
  12. cooper

    cooper Elchfan

    Dabei seit:
    05.08.2005
    Beiträge:
    4.297
    Zustimmungen:
    14
    Beruf:
    Redakteur
    Ort:
    Hannover/Eschwege
    Marke/Modell:
    B180 CDI (W245), A170L CDI (V168.109)
    Servus,

    also eine Styroporform ist nur eine Einweg-Form. Der Clou an Styropor ist, dass du es mit Aceton einfach komplett auflösen kannst. Das eignet sich gut, wenn du z.B. einen Hohlkörper formen willst -- da bekämest du eine normale Form später kaum mehr raus.

    Du hast völlig Recht, dass selbst geschmirgeltes Styropor noch ziemlich rauh ist. Das ist der größte Nachteil, wenn man ein Styropor-Modell baut. Wachs hält dadrauf recht schlecht, auch mit dem Folientrennmittel muss man vorsichtig sein, es könnte das Styropor sogar anlösen. Also vorher ausprobieren.

    Der von mir beschriebene Weg ging über eine mehrfach verwendbare Form, also auf das Styropor-Positiv so gut es geht Trennmittel und Wachs aufbringen und dann direkt mit Harz die Form beginnen. Dass dies keine ewig glatte Oberfläche gibt, ist klar, da muss man anschließend in jedem Fall nochmal mit feinem Schmirgelpapiert durch, bevor man die Form benutzen kann.

    Es gibt noch einen besseren Weg: Man verwendet für die oberste Schicht des Spoilers sogenanntes Clay. Das ist Modelliermasse (Plastillin), wie sie auch in der Prototypen-Entwicklung bei Autoherstellern eingesetzt wird, sehr änlich wie Knete. Die wird bei 50 bis 55 Grad verarbeitet und auf die das Grundgerüst des Modells, hier also die Styropor-Lippe, aufgestrichen. Bei Zimmertemperatur ist das dann sehr fest und auch Kantenstabil. Vor allem lässt es sich sehr gut glätten und man kann wieder Wachs und Trennmittel auftragen. Das Clay ist aber recht teuer, 2 Kilo kosten so 20 Euro.

    Bei Gips und Konsorten hast du gleich mehrere Probleme: Diese Materialien (auch Ton) sind offenporig, d.h. das Folientrennmittel zieht da ein und trennt nicht mehr vernünftig. Du hast also mit etwas Pech später Gipsreste in deiner Form. Nicht so toll. Außerdem wird die Form dicker, wenn du da noch Gips drauf tust, und der Gips muss sich auch noch einigermaßen vernünftig mit dem Styropor verbinden. Schwierig, funktioniert aber prinzipiell auch. Bei Clay bräuchtest du die Form später nur warm machen (Föhn) und die Reste des Clay rauspolieren.

    Viele Grüße, Mirko
     
  13. #12 silverbox, 05.02.2007
    silverbox

    silverbox Elchfan

    Dabei seit:
    11.08.2005
    Beiträge:
    56
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Student
    Ort:
    Saarbrücken/Frankfurt
    Marke/Modell:
    A140 Classic
    Hallo!

    Hab hier auch noch ein paar Tips um GFK eine Form zu geben.

    Form- oder auch Streckmetall. Wird oft bei GFK einbauten im Auto-Hifi bereich verwendet. Gibt es hier zu kaufen

    oder

    VarioTEX Schüttelschaum. Polyesterschaum zum selbst anrühren. Leicht formbar und ziemlich feinporig. Hier

    Auf diesen Seiten gibts auch noch viel, viele andere Sachen die beim Formenbau behilflich sind.

    Viel Erfolg

    Gruß Max
     
  14. juny79

    juny79 Elchfan

    Dabei seit:
    23.08.2006
    Beiträge:
    610
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Schauwerbegestalterin
    Ort:
    Rhein-Neckar-Kreis (HD)
    Marke/Modell:
    Cocktail-Elch
    Danke für den link.


    aber was soll das Beispielbild für den Schüttelschaum darstellen?

    [​IMG]



    *LOL*
     
  15. Viper

    Viper Elchfan

    Dabei seit:
    08.12.2002
    Beiträge:
    1.883
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Landkreis Karlsruhe
    Marke/Modell:
    W168 A160 alias CERBEROS, S211 E280 Sportpaket
    Kann ich eigentlich auch PU-Schaum verwenden? Theoretisch schon oder?
     
  16. #15 xThw880x, 05.02.2007
    xThw880x

    xThw880x Elchfan

    Dabei seit:
    18.04.2005
    Beiträge:
    732
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Diplom-Ökonom
    Ort:
    Halle/Saale
    Marke/Modell:
    Mazda 6 2.0 Sport
    PU-Schaum wird wieder weich und fällt unter Wärme in sich zusammen, GFK gibt bekanntlich beim Aushärten Wärme ab.
    Auch vertragen sich die Stoffe an sich nicht gut.
     
  17. Viper

    Viper Elchfan

    Dabei seit:
    08.12.2002
    Beiträge:
    1.883
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Landkreis Karlsruhe
    Marke/Modell:
    W168 A160 alias CERBEROS, S211 E280 Sportpaket
    In meinem Fall würde es nur um eine Einfach-genutzte Form gehen. Ich brauche einen Schaum mit dem ich etwas modellieren kann und darüber mit GFK laminieren kann.

    Meint ihr dass die Wärme vom aushärtenden GFK so hoch ist, dass sie den Bauschaum gleich zerstört?



    Noch ne andere Frage, GFK auf Metall? Ich denke die beste Haftung gibt es wenn man mit dem GFK direkt auf´s blanke Metall geht und kein Lack oder ähnliches mehr darauf ist, oder?
     
  18. #17 xThw880x, 05.02.2007
    xThw880x

    xThw880x Elchfan

    Dabei seit:
    18.04.2005
    Beiträge:
    732
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Diplom-Ökonom
    Ort:
    Halle/Saale
    Marke/Modell:
    Mazda 6 2.0 Sport
    aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der PU-Schaum schneller zusammenrutscht als das GFK aushrtet, somit verformt sich dein Bauteil mit.

    GFK immer auf blankes Metall, bei Farbe kann es passieren, dass sich Lack und Harz nicht vertragen und es löst sich ab bzw. durch die Wärmeeinwirkung hebt sich der Lack vom Blech, er fungiert dann als Trennschicht statt gewünscht als Mittler.
     
  19. Viper

    Viper Elchfan

    Dabei seit:
    08.12.2002
    Beiträge:
    1.883
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Landkreis Karlsruhe
    Marke/Modell:
    W168 A160 alias CERBEROS, S211 E280 Sportpaket
    Okay danke dir.

    Das mit dem Lack hatte ich mir schon gedacht. Also besser weg damit.

    Hmm.. und dass sich der PU-Schaum so schnell zusammenzieht, hätte ich nicht gedacht. Aber okay, nehme ich besser was anderes.
     
  20. Anzeige

    Schau mal hier: (hier klicken). Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. cooper

    cooper Elchfan

    Dabei seit:
    05.08.2005
    Beiträge:
    4.297
    Zustimmungen:
    14
    Beruf:
    Redakteur
    Ort:
    Hannover/Eschwege
    Marke/Modell:
    B180 CDI (W245), A170L CDI (V168.109)
    ... das Metall bitte gut aufrauhen, gern auch ein paar Löcher durchbohren wo man GFK und Harz beidseitig verbinden kann, dann hält das GFK sehr viel besser. Bei blankpoliertem Metall kommt es vor, dass plötzlich das GFK bei Belastung einfach komplett abplatzt.

    Viele Grüße, Mirko
     
  22. #20 xThw880x, 06.02.2007
    xThw880x

    xThw880x Elchfan

    Dabei seit:
    18.04.2005
    Beiträge:
    732
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Diplom-Ökonom
    Ort:
    Halle/Saale
    Marke/Modell:
    Mazda 6 2.0 Sport
    wenn man GFK mit Metall verbinden will, sollte man immer darauf achten, das es eine spannungs- und vibrationsfreie Verbindung wird, sonst besteht immer die Gefahr von Rissen.
    Je größer die Klebefläche ist umso höher ist die Klebekraft.

    Je weiter man zu dem Übergang zwischen Metall und GFK kommt umso dünner sollte die GFK-Schicht werden, je dünner die GFK-Schicht ist umso flexibler ist sie.

    Bei Übergangen von GFK auf Metall sollte man gewebtes Material verwenden, das wird nicht so starr wie Kreuz/Quer-Material.

    Erst das Harz aufpinseln und dann die Glasfasermatten reinlegen und randrücken. Das Gewebe saugt sich mit dem Harz voll.

    Man sollte unbedingt auf das Mischungsverhältnis mit dem Härter achten, wenn man zuviel Härter verwendet, härtet das GFK zu schnell aus, wird zu heiß und bekommt Spannungsrisse. Dabei kann die Verbindung von Anfang an schadhaft sein.
     
Thema: Aufruf: Wer kann Teile aus GFK bauen?
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. karosserieteile aus gfk fertigen

    ,
  2. wer macht mir GFK Teile

    ,
  3. gfk bearbeitung anleitung

    ,
  4. stoßstange bauen beruf,
  5. abformen gfk modellbau,
  6. teile aus gfk gelcoat bauen,
  7. gfk negativform bauschaum,
  8. gfk karosserie selber bauen,
  9. spoiler nachbauen,
  10. gfk formenbau pu schaum,
  11. gfk dachspoiler herstellen ,
  12. laminieren mit streckmetall,
  13. glasfaser karosserie bauen,
  14. bauschaum spoiler,
  15. spoiler abformen
Die Seite wird geladen...

Aufruf: Wer kann Teile aus GFK bauen? - Ähnliche Themen

  1. Wer kann helfen weis nicht mehr weiter

    Wer kann helfen weis nicht mehr weiter: Hallo mein A140 mimt kein Gas an. Folgendes würde gemacht. Steuergerät eingeschickt und Luftmassenmesser repariert . Danach musste das Steuergerät...
  2. W168 W168 A210 Evo Teile günstig

    W168 A210 Evo Teile günstig: Hi, nach langer Pause kam endlich das Schlachten des W168 A210 Evo dran. Das Fahrzeug bzw die Teile funktionieren alle - BJ 03 Silber Die Teile...
  3. Unbekanntes Teil

    Unbekanntes Teil: Guten Abend Dieses kleine Teil hab ich heute in meinen Fahrzeug, vorne links im Fußraum gefunden. Wer weiß was das ist?
  4. How To: Wir bauen uns einen V2A Edelstahlauspuff selber

    How To: Wir bauen uns einen V2A Edelstahlauspuff selber: Mohooooin liebe Gemeinde, (text wird verfasst, bilder folgen im laufe des Osterwochenendes - muss noch einen uploadhoster finden der die bilder...
  5. W176 A45 wer kann da Erfahrungen zu geben?

    A45 wer kann da Erfahrungen zu geben?: Hallo ich heiße Carsten bin 48 Jahre alt und besitze ein 5,5L V8 mit 360PS M113 Motor, grundsolide und läuft wie ein Uhrwerk. Jetzt interessiere...
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden