Bericht einer Restauration. Schlagwörter: Rost,Steuerkette,Unterboden

Dieses Thema im Forum "Allgemeines Werkstattforum" wurde erstellt von miata2412, 18.11.2011.

  1. #1 miata2412, 18.11.2011
    miata2412

    miata2412 Elchfan

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    Hallo die Herrschaften,

    hier nun schon jetzt der Bericht meiner ganzen Restaurierungsaktionen, obwohl noch nicht alles ganz fertig ist. Habe halt grade nebenher mal etwas Zeit. Alles wird natürlich trotzdem etwas gerafft. Vorweg, man vergebe mir bitte Fehler in der Schreibweise ...sowie den Saustall im Hintergrund *ulk* .

    Fangen wir vorne an:

    Im Sommer fahre ich einen SLK200 Bj2008, sowie steht noch ein 20Jahre alter MX-5 schick da, aber das ist ne andere Geschichte. Es muß wieder ein Winterauto her, da der SLK auch so lange halten soll wie der MX. Aber es soll nicht irgendein Winterauto sein. In die A-Klasse habe ich mich einfach verguckt, die soll es sein.

    Mit einem Budget bis max 2000Eur war tatsächlich mancher zu finden. Zwar mit Defekten, aber das kann ich ja beheben… dachte ich. Aber hier im Forum war zu lesen dass gerade die A-Klasse mal so gar nicht Rostimun ist und als Winterauto daher eher fraglich. Aber es war zu spät, hatte mich verguckt. Nach ner Weile umhersuchen stand dann ein schicker, sogar mit 17Zöller Bj97 im Hof. Zustand den ich bis dahin erkennen konnte: Rost Note 4-5 am Motorträger und Hinterachse sowie Federn, Bremsleitungen hinten was sichtbar war kaum Rost. Motorraum ist gut, aber eben eine sehr stark klopfende Steuerkette. Innenraum Note 4. Pedale relativ wenig abgenützt, entspricht etwa den angegebenen 160tkm. Scheint also ein ehrliches Auto zu sein. Vorbesitzer ist aus der Umgebung.

    Zuhause wurde der Unterboden dann irgendwann mal weggemacht und hatte dann die Bescherung: Rost im hinteren Unterbodenbereich Note 5 sowie weggefaulter Radlauf.

    Folgende Aufgaben habe ich mir gestellt: Steuerkettenwechsel, Unterboden herrichten, da es ein Winterauto werden soll. Neuen Tüv wäre auch nicht verkehrt.

    Das Besondere bei mir war dieses Klopfen, KEIN Wuppen:

    http://imageshack.us/clip/my-videos/8/zg7j.mp4/

    Was aber ebenso die Steuerkette als Ursache war. Hervorgerufen vermutlich durch das gebrochene Kettenglied, welches durch die extreme Längung wohl nicht mehr auf das Nockenritzel passte, sich daher auf den Zähnen anhob und dann wieder auf das Ritzel knallte.

    Folgende Geschichte wurde es dann:

    Zerlegung Motor:

    Öffnen des Zylikopfdeckels. Steuerkette stellte sich als halb gebrochen heraus, somit waren Teile weggeflogen die ich in der Ölwanne vermute. Also muß der ganze Motor raus.

    Motorausbau ging dank den Bastelbüchern ganz gut. Am Ende die 8 Hauptschrauben zum Rahmen gelöst, brach mir davon ein Schraubenkopf ab. Es war nicht möglich diese gehärtete Schraube irgendwie herauszubohren oder sonst wie zu bewegen. Man kam auch so gut wie nicht dran. Ende vom Lied, ich flexte den Träger seitlich auf und köpfte die Schraube. Endlich war der Rahmen ab. Man kann ihn mit 2 am Schwerpunkt exakt positionierten hydraulischen Wagenhebern ganz gut ablassen und auf 2 Rollenbrettern ablegen.

    Dann wurde der ganze Motor zerlegt. Unbedingt wichtig ist eine Hebevorrichtung um den Motor aus dem Rahmen zu heben (gute 200kg). Ich benützte 2 Flaschenzüge (a 200kg) aus dem Baumarkt für a 7Eur. Besser wären aber 3 Flaschenzüge gewesen. Es musste natürlich Löcher in die, zum Glück, Betondecke Zuhause gebohrt werden. 10er Dübel mit Hakenschrauben hielten laut Berechnung und auch tatsächlich. Ausbau des Motors aus dem Träger ging gut. Nur es reichte völlig die Achsen aus dem Getriebe zu ziehen. Ich öffnete in der Eile die Achsmanschetten, die ich dann reumütig und unnötigerweise wieder mit einer Schelle schließen durfte. Nun lag der Motor auf dem Tisch und wurde weiter zerlegt. Aber Vorsicht, es läuft immer wieder Öl und Kühlwasser aus diversen Öffnungen. Das kann zu einer echten Sauerei werden.

    Das Steuerkettenrad wurde dann gleich getauscht, denn dieses „klogklong“ klang nach starker mechanischer Arbeit am Kettenrad. Vor allem aber wollte ich ein Kettenrad OHNE Kunststoffseitenteile die sich zerbröseln können, wie in manchen Berichten hier schon geschildert.

    Wie aber die Steuerkette vernieten? Viel rum überlegen und fragen brachte das Resultat, dass ich die Steuerkette vom Händler vernietet bekomme, und selbst einbaue. Das geht natürlich nur in meinem zerlegten Zustand! Ich bekam ein Blockierwerkzeug mit, um die Schwungscheibe fest zu klemmen. Kurbelwellenriemenscheibe ab, Gehäusedeckel seitlich weggemacht. Jetzt könnte theoretisch die alte Kette raus, aber sie ging nicht an den Gleitschienen vorbei. Dann kurz und einfach – Kette 90Grad verdrehen, dann geht sie vorbei.

    Neue Kette dann genauso einfädeln. Neuer Kettenspanner ist Pflicht. Es erfolgt noch eine Begutachtung und Reinigung sämtlicher Teile am offenen Motor.

    Wie zu sehen ist bestätigten sich die Metallteile der Steuerkette in der Ölwanne.

    Nachdem die Ölwanne auch gereinigt wurde, konnte sie mittels Dichtmasse wieder montiert werden, genauso der seitlich Gehäusedeckel.

    Wenn schon so daliegend wird das Getriebe kurz weggebaut. Kupplung war noch in mittelmäßigem Zustand, aber eine Feder war gebrochen. Ich bestellte kurzerhand eine Neue. Zu empfehlen ist hier die Firma Lott, bei der es eine komplette Kupplung für 100Eur von Sachs gab. Ausdrücklager ist meist nicht dabei und ich hoffe wenigstens das hält noch. Das Lager machte aber auch noch einen guten Eindruck. Neue Kupplung wurde eingebaut und Getriebe angeschraubt. Der Motor war somit wieder komplett. Achja, der Anlasser lief zuvor sehr rau. Ihn habe ich zerlegt und neu gefettet, dann wird er hoffentlich wieder fit sein.

    Der Motorträger wurde in der Zwischenzeit entrostet, was extrem mühsam war. Mit Hammer, Schraubenzieher und verschiedenen Schleifmaschinen ging es oft nur cm-weiße voran. Danach wurde alles mit Hamerite bestrichen, danach streichbarer sowie sprühbarer Unterbodenschutz aufgebracht und die Hohlräume mit Fluid-Film ausgesprüht.

    Jetzt konnte der Motor wieder auf den Träger geschraubt werden und stand dann somit für die 2. Hochzeit bereit.

    Vor der Hochzeit wurde der ganze Motorraum natürlich gegen Rost vorbehandelt. Es musste zuvor aber noch schnell ein Federteller wg Bruch ausgetauscht werden.

    Die Hochzeit ansich ging relativ gut vonstatten. Die zwei kennen sich ja auch schon ne Weile :D . Mit den Wagenhebern angehoben bis der Klimakompressor wieder angebaut werden konnte, Lima und Anlassen verdrahtet, und dann wurde vollends reingehoben und mit den Schrauben fixiert.

    Anstelle der vorderen abgeflexten Schraube wurden 2 Bleche eingeschweißt. Das Elektroden-Schweißgerät hatte ich mir für 20Eur in der Bucht besorgt und kurzerhand im Selbstversuch das Schweißen beigebracht. Ich war überrascht wie gut das klappte, da jeder schrieb dies sei extrem schwierig. War es auch, aber hatte wohl etwas Geschick :D

    Motor war also drin, alle Flüssigkeiten wurden eingefüllt, neue Filter sind selbstverständlich.

    Das erste Anlassen dann war der Höhepunkt und Dank der ganzen Anstrengungen bisher.
     

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  3. #2 miata2412, 18.11.2011
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    Die Rostbehandlung:

    Dieser Bericht ist kürzer, beansprucht aber mehr Zeit als das Thema Motor.

    Der komplette Unterboden wurde natürlich erstmal entfernt. Auf den Bildern sieht es relativ unspektakulär aus, da dort schon alles mit Rostumwandler bestrichen war - das bräunliche verschwindet dann.

    Die Rostentfernung war das gefühlt mühseligste, das ich in meinem Leben machen dufte. Hauptbereich war alles um die hintere Wagenheberaufnahme. Zuerst grob mit dem Hammer, dann noch den Schraubenzieher dazu, wurde cm für cm der Rost abgeschlagen. Es folgte Drahtbürste und Schleifpapier. Dann wurde alles mit Bob-Rostumwandler eingepinselt.

    Es ist ja eine Wissenschaft für sich welches Mittel man gegen Rost nimmt. Nach wirklich langer Recherche ist man so schlau wie vorher. Jeder benutzt ein anderes Mittel das ganz toll sein soll und kritisiert das andere. Ich mache es daher so wie ICH es für richtig halte, ohne Anspruch daß es jeder toll finden muß. Selbstversuch macht kluch.

    Die Bremsleitungen (starr) wurden auch abgeschliffen, mit Bob behandelt und überlackiert. Ja, man darf das eigentlich nicht, aber es sieht eh kein Prüfer dort hin und ich will die Leitungen aber lieber vor weiterem Befall schützen. Der Lack wurde sicherheitshalber farblich den bisherigen Leitungen angeglichen.

    Jetzt konnte der weggefaulte Schweller und Radlauf mit Glasgewebe und Harz nachgebildet werden. Ging erstaunlich schnell an einem Abend, hatte aber auch durch Modellbau etwas Erfahrung.

    Jetzt folgte Unterbodenschutz mit der Pistole gesprüht. Auto muß dazu natürlich abgedeckt sein. Zum Schluß wurden die Hohlräume in den Trägern, usw alle mit Hohlraumwachs per Pistole und Schlauch ausgesprüht, sowie zur Sicherheit noch mal alle Nahtstellen und Bremsleitungen grundsätzlich übersprüht.

    Die eine Seite ist nun fertig. Unterboden an dieser Seite montiert, und einen neuen Auspuff (gibt’s schon für 40Eur) installiert.

    Was jetzt noch ansteht:

    Die andere Seite wird genauso behandelt (Konnte den Wagen immer nur zur einen Seite aufbocken.

    Für den Winterbetrieb will ich den unteren Türbereich zusätzlich mit Folie vor Salz usw schützen, wird also dort noch foliert. Zierleisten werden dafür abgemacht und neue besorgt.

    Rost am Windschutzscheibenrahmen muß auch noch behandelt werden.

    Ich behalte mir vor diesen Bericht immer mal wieder zu korrigieren und/oder zu ergänzen.

    Vielleicht ist es für jemanden ja hilfreich oder auch nur bestätigend.

    Für Fragen bin ich natürlich jederzeit offen.

    Speziellen Dank gilt an: Elchbrüder, Elche, IPX200, Tie ausm ZXR Forum, und alle die mich hier mit Rat unterstützt haben. Ich kenne einige Foren, aber hier fühlt man sich wirklich extrem wohl. Daher Dank an alle hier für das Miteinander!
     

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  4. #3 miata2412, 18.11.2011
    miata2412

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  5. #4 miata2412, 18.11.2011
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  6. #5 miata2412, 18.11.2011
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    Zwei vergessene Bilder zum Vergleich wie es zuvor ausgesehen hat.

    Und total vergessen die Kettenrissbilder mit der sichtbaren Abhebung der Kette vom Ritzel.

    Und dann das Abschlußbild. Unterboden komplett fertig und versiegelt. Hoffen wir mal daß es nicht nur nett aussieht, sondern auch ne Weile hält.

    So, das wars erstmal.

    Achja, das soll keine Anleitung sein, sondern nur eine Dokumentation wie ich es gemacht habe und was ich für richtig und sinnvoll erachte. Das kann ein anderer gerne anders sehen.



    Bisher benötigte Teile(die wichtigsten Posten):

    Motor: Ölwannendichtung, Zylideckeldichtung, Keilrippenriemen, Lufi, Ölfilter ,Öl, Bremsflüssigkeit, Kühlflüssigkeit, Kupplung, Auspuff. Vom Händler: vernietete Steuerkette, Kettenspanner, Hauptschrauben, Nockenzahnrad


    Karosse: Unterbodenschutz, Rostumwandler, Wachs, Polyester und Gewebe, Folie, Zierleisten, Farben, Pinsel, Kleinteile, Federteller
     

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  7. #6 Schleicher, 18.11.2011
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    Super Bericht und detailreiche Bilder.

    Da weis ich ja sollte es mich mal treffen was auf mich zukommt.

    Gruß und weiterhin viel Erfolg bei der Sache

    Klaus
     
  8. #7 Elch-Brüder, 18.11.2011
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    Danke für den Super Bericht *thumbup*

    MfG Elch-Brüder
     
  9. #8 w168012002, 18.11.2011
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    Respekt und Danke für diesen tollen Beitrag *thumbup*

    wenn der "komplette Antrieb" erstmal draussen ist, kommt man ja überall prima dran...
     
  10. #9 Matthias, 18.11.2011
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  11. IPx200

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    super klasse dein Bericht. Genial wie du auch alles mit den Bildern festgehalten hast
     
  12. #11 CarClean, 18.11.2011
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    klasse Bericht *thumbup* *thumbup*
     
  13. #12 Vaneo freund, 25.11.2011
    Vaneo freund

    Vaneo freund Guest

    Supi, was du dir ales in deiner Freizeit traust, das wäre nix für mich. Im Bild "Motorketten" ist deine neue Kette schon drinn. Aber was macht denn die alte Kette dahinter? Hatt der Elch jetzt zwei Ketten?
     
  14. thei

    thei Guest

    Hi,

    Ja, der Elch hat zwei "Steuerketten", die eine ist die eigentliche Steuerkette die den Ventiltrieb steuert und somit verhindert das die Kolben die Ventile zerstören! Die andere Kette treibt lediglich die Ölpumpe an.

    Jedenfalls würde mich mal interessieren ob die Ölpumpenkette auch einer gewissen Längung unterliegt oder ob die wirklich kaum verschleißt?
     
  15. Volki

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    sehr interessant..... und sehr erschreckend. wenn man bedenkt das ein Mercedes W168 trotz Bj. 97 dermaßen mies dasteht. Es gab zeitbereinigt keine Golf 1 von meinen fünf Stück die derart schlimm aussahen. Sowohl von der Grundsubstanz als auch von der techn. Seite her! und die waren älter und hatten mehr gelaufen. Auch wenn ich einen W169 fahre so wage ich kaum die Plastikschüssel untenrum abzubauen.

    Viel Erfolg bei der Restaurierung, sowas sieht man selten mittlerweile außer bei Klassikern oder Youngtimern.

    [​IMG]
     
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  17. #15 miata2412, 30.11.2011
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    So die Herrschaften,

    nochmal einen Bericht über die letzten Arbeiten.

    Vorweg zu euren Diskussionen: Genau das habe ich mich auch gefragt wg der Steuerkette zur Ölpumpe. War daher ganz gut daß ich dort auch mal draufschauen konnte. Die Zahnräder sahen hier noch ok aus. Die Flanken nur leicht ausgewaschen. Habe mich hier auch belesen obs bei einem vielleicht mal einen Schaden gab, konnte aber nichts finden. Ich denke diese kleine Kette wird einfach viel weniger belastet als die Nockenkette. Die Ölpumpe benötigt wohl wesentlich weniger Kraft. Von daher habe ich beschlossen das so zu lassen.

    So, die letzten Arbeiten... Fangen wir mal so an: Übriggeblieben sind 4 Schrauben, ein Aluhalter und ein Kabel im Motorraum. Letzteres fand seinen Platz dann am Außentempfühler - Danke an die Hilfe hier!

    Erste Probefahrt um den Block brachte neues zu Tage. Die Frontscheibe war lose, nur noch an einer Seite fest. Also Frontscheibe raus, Kleber abgeschabt, neuer spezieller Kleber drauf und wieder eingesetzt.

    Türen bzw Unterseiten habe ich noch matt-Schwarz foliert als Witterungsschutz, sowie neue Zierleiste angebracht - alte abbekommen und Reste entfernen ist eine heiden Arbeit. Nur mit Fön und Verdünnung auf Scheuerschwamm brachte mich etwas voran. Ich habe Folie nass geklebt. Trocken klappte bei mir nicht ganz so gut. Folienränder seitlich in der Türinnenseite noch zusätzlich mit Silikon dicht gemacht.

    Dann wurden die Türen mit Hohlraumwachs bzw Filmfluid geflutet. Die abgemachten Türinnenverkleidungen wurden shampooniert, gewaschen und getrocknet. Ebenso die Fußmatten.

    Dann noch kleine Lack und Spachtelarbeiten. Es gibt in der Bucht MB-Lackspray. Funktioniert überraschend gut. Und zu guter letzt 3Stunden Innenraumpflege.

    Nach der Wagenwäsche mit kurzer Motorwäsche setzte ich die Servopumpe unter Wasser, obwohl nicht mal in die Gegend gespritzt habe. Diese lief dann plötzlich dauernd. Glück im Unglück, nach ein paar Tagen und nach resetten bzw Stromabklemmen und Lenkung neu initialisieren hörte sie auf zu laufen. Vermute sie ist einfach wieder abgetrocknet. Glück gehabt! Überlege ob man hier noch was vorbeugend tun kann...Regen wird dann wohl auch nicht ganz harmlos sein.

    Was nun noch zum entgültigen Glück fehlt ist eine erloschene ESP/BAS Leuchte. ABS Funktioniert immerhin. Fehler bisher lokalisiert müsste der Bremskraftverstärker-Schalter sein. Neuer bzw gebrauchter ist bestellt. Bitte keine Warnhinweise, ich werde es selbst austauschen. Hoffe nur am ABS Gerät und den Leitungen mit dem dicken Behälter vorbei zu kommen, das ist meine einzige Sorge.

    Heute kommen neue Winterreifen drauf.

    Für die Zukunft ist geplant das Fahrwerk klein wenig weicher zu machen, wenns denn klappt. Dazu möchte ich die Puffer prüfen, und wenns möglich ist diese etwas kürzen um mehr Restfederweg zu bekommen, bzw würde dann eben progressiver. Habe das schon an meinem MX-5 gemacht und funktionierte ganz gut. Obs hier auch machbar ist muß ich erst sehen (Pufferlänge/Federweg/Freigängigkeit Reifen usw).

    Kosten betragen bisher 1600 für den Wagen, sowie nochmal etwa 1000Eur für die ganze Restauration bzw aller Ersatzteile, Flüssigkeiten, Werkzeug, Lacke, Wachse, Unterbodenschutz usw (inkl fast 300Eur für neue Reifen). Siehe oben.

    Zusätzlich benötigtes Werkzeug vor allen Dingen Torx-Nussenset Innen- und Außentorx, sowie Imbus-Nussenset, eine Hohlraumspritzpistole, Schweißgerät (in meinem Falle), zwei Flaschenzüge, zwei Rollenbretter fürn Motor (Baumarkt) und mindestens zwei hydraulische Wagenheber und Unterstellböcke. Arbeitshöhe wurde erreicht, indem die Wagenheber abwechselnd auf alten Felgen erhöht platziert wurden(Vorsicht!). Aller anderer Kleinskrams und Werkzeug wird vorausgesetzt. Wer sowas je auch mal machen möchte, sollte das Zuhause haben.
     

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  18. #16 miata2412, 26.06.2013
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    Und es gibt wieder Neues zu berichten..... der Vollständigkeit halber mach ich hier weiter....

    Was ich im letzten Beitrag machen wollte wg Puffer kürzen ist längst geschehen. Funktioniert bestens... siehe meinen Beitrag dazu. Das nur am Rande.

    Den Unterboden konnte ich noch nicht nachsehen wie gut er sich gehalten hat. Werde aber berichten wenn!

    So, vorgestern wollt ich nur mal schnell den Rost an den hinteren Radhäusern (nur der Bereich von Radlauf bis Rücklicht) entfernen und etwas kaschieren. Naja, dann wollt ichs doch so machen dass hoffentlich ne Weile Ruhe ist.

    Was habe ich gemacht?

    Rost entfernen (mit Schraubenzieher, dann geschliffen).

    So, nun die Fragen aller Fragen... wie bekommt man erstmal relativ sicher Ruhe mit dem Rost? Wie schon geschrieben hat da jeder seine eigene super Methode und jede andere taugt nix.
    Gut, meine geht nach meiner Logik (ob sie doof ist, sei mal dahingestellt): Kommt kein Wasser dran, rostet es auch nicht weiter, logo. (Mein MX5 steht schon Jahre in der Garage und hat am Unterboden kleine Roststellen die so bleiben wie sie sind. Somit das also Fakt und keine lose Theorie :-).

    Gut, wie versiegel ich das Blech bzw den Restrost? Mit Farbe und Lacken? Nein, diese scheinen irgendwie nicht vollständig zu versiegeln. Meißtens blüht der Rost drunter weiter. Die Nässe muß also durchdifundieren, oder durch Poren im Lack irgendwie durch können... egal wie, ist wohl irgendwie so, aber Fakt (für mich).
    Meine Lösung: Mit Kunstharz versiegeln. Hab ich am Schweller so gemacht gehabt. Ich sehe den Restrost noch heute drunter durch, aber er ist perfekt konserviert. Also frisch ans Werk.
    Zuerst grundiert(ob man das muß...egal...habs halt gemacht)
    Polyester-Harz dann draufgepinselt. Nur riß der Harzfilm bei mir immer wieder auf und verlief nicht gleichmäßig. Vermutlich doch besser nicht grundieren?!
    Gut, dann ists jetzt eben so. Habe nun eine wellige Oberfläche. Scheint aber überall mit Harz bedeckt zu sein. Was nun?
    Logo - Harz-Spachtel (Feinspachtel Presto).
    Und ich muß sagen, am Ende machte es sogar richtig Spaß die Form nach zu modellieren. Erst per Winkelschleifer vorsichtig das Grobe weg geschliffen, dann mit 100er Schleifpapier ausgiebig geschrubbt. Ganz am Ende mit 300er glatt gemacht.
    Prio 1 ist hier dass die Harz-Deckschicht bestehen bleibt, also niemals bis aufs Blech schleifen, sonst wars Ganze ja für die Katz. Wichtig ist dass die Übergänge weich verlaufen von Lack zu Spachtel, und trotzdem der Lack nicht ganz weggeschliffen wird.

    Nun hab ich also die Schichten - Grundierung - Harz- Spachtel - Lack über dem Blech. Ich denke bis hier Wasser (vor allem im Winter das Salzwasser) durch geht, gehts eher woanders mit rosten los :-).

    Im Radhaus drinnen wird mit dick Unterbodenschutz versiegelt. Logo, sonst rostets ja von hinten...

    Bilder sind natürlich vom noch unlackierten Zustand. Lack habe ich aus der Bucht in 2 Dosen (eine Lack, andere Klarlack). Farbnummer steht in der Beifahrertüre im Typenschild im Rahmen.

    Auf eine rostfreie nächste Saison

    BTW: Warum stellt der Admin diesen Tread ins Werkstattforum? Vermutlich weil Restauration in der Überschrift steht. Weiß aber nicht wieviel andere Baureihen diese doofe Steuerkette haben ;-))))
     

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Thema: Bericht einer Restauration. Schlagwörter: Rost,Steuerkette,Unterboden
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