W168 Wie das Festrosten bzw. Festbacken der Winterräder verhindern

Diskutiere Wie das Festrosten bzw. Festbacken der Winterräder verhindern im A-Klasse W168 (1997-2004) Forum im Bereich A-Klasse Forum; Hallo Freunde, ich möchte demnächst meine Winterräder die auf Stahlfelge sind drauf machen. Und ich habe jedesmal im Frühling das Problem die...

  1. #1 firefigtheralex, 22.10.2020
    firefigtheralex

    firefigtheralex Elchfan

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    Hallo Freunde,
    ich möchte demnächst meine Winterräder die auf Stahlfelge sind drauf machen. Und ich habe jedesmal im Frühling das Problem die Dinger wieder abzubekommen, weil sie festgebacken bzw. festgerostet sind und ich habe keine Lust die Räder mit den Hammer dann runter zu kloppen. Kollegen von mir meinten vorher WD40 drauf sprühen. Nur da habe ich meine Bedenken weil Schmierstoffe oder Öle in der Nähe von Bremsen kommt sicherlich nicht so gut.
    Habt Ihr irgendwelche Vorschläge was man auf die Radnabe drauf machen kann die das festbacken bzw. festrosten verhindern? MfG Alex
     
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  3. #2 Heisenberg, 22.10.2020
    Heisenberg

    Heisenberg Moderator

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    Fett!
    Hauchdünn auf die tragfläche und gut ist,
    Bitte Radkappen (egal wie hässlich auch immer) nicht vergessen, die schützen zusätzlich.
     
  4. doko

    doko Elchfan

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    Moin,

    ich nehme immer Keramikpaste. Die ist temperaturbeständiger als Fett . So wie diese: https://www.ebay.de/itm/LIQUI-MOLY-...163384&hash=item3fe8bc258c:g:oXYAAOSwDLlfG7jA

    Einfach dünn auf mittlere Passung der Radnabe ( Bild ) auftragen, dann das Rad drauf und ohne schrauben einmal links und dann rechts drehen. So verteilt sich die Paste auf der Radnabe und der Felge. Dann Schrauben rein und im Frühjahr freuen, das alles so leicht wieder auseinander geht.

    Achtung: Keine Schmiermittel auf die Schrauben machen.

    Klaus

    s-l300.jpg
     
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  5. #4 Schrott-Gott, 22.10.2020
    Zuletzt bearbeitet: 22.10.2020
    Schrott-Gott

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    Das ist leider Vorschrift, aber Blödsinn.
    Der entstand zu der Zeit, als ich gerade kurz vor der Prüfung stand (ca. 1985).
    Der damalige Vorsitzende des Prüfungsausschusses der IHK (ein Ingenieur) sagte mir dazu:
    Wir mussten das so regeln, da es immer wieder vorkam, dass einige Monteure (meist Gesellen) das Fett da so in Batzen drauf/rein geschmotzt haben, dass es auf und in die Bremsen geriet, wo es zu einem masssiven Verlust der Bremskraft (oft einseitig!!) führte.
    Dies hatte zu Unfällen (und Haftung!!) geführt.
    (aus dem Gedächtnis)
    -
    Außerdem wurden/werden in der Werkstatt oft die Schrauben mit dem Schlagschrauber angeknallt (wenn niemand zuguckt).
    Weit über dem zulässigen Drehmoment!
    Diese Schrauben können dann (geschmiert) abreissen.
    -
    MEIN Fazit:
    Fetten ja, aber sehr dünn und nur Reibflächen und Gewinde.
    (Mit dem Fettpinsel auftragen ggf. nochmal abwischen)
    Und Drehmoment penibel einhalten.

    Erklärungen in den pdfs.

    Zusammenfassung:
    "Bei einer ungeschmierten Schraubenverbindung gehen ca. 50% an Unterkopfreibung und 40%
    an Gewindereibung verloren. Das Drehmomentverfahren ist folglich nicht sehr effizient. Dieser
    Anteil lässt sich durch die Anwendung eines reibungsarmen Schmiermittels erhöhen. Die
    Verwendung von Schmiermittel reduziert die Reibung und verringert das für die gleiche
    Vorspannung erforderliche Drehmoment."
    https://www.nord-lock.com/de-de/ins...szwischen-drehmoment-vorspannung-und-reibung/
    -
    Nur rund zehn Prozent des aufgewandten Drehmoments fließen in die Klemmkraft ein. Die
    restliche Anzugskraft wird von der Reibung in der Schraubverbindung aufgebraucht: Über den
    Daumen sind 40 Prozent des Moments Reibungsverluste im Gewinde, 50 Prozent gehen für die
    Reibung unter dem Schraubenkopf drauf.
    4. Effekt der Schmierung Diese Werte lassen sich verringern, indem die Schraube geschmiert
    wird. Dadurch sinkt die Reibung im Gewinde und unter dem Schraubenkopf, wodurch sich das
    Verhältnis zwischen Anziehmoment und Klemmkraft ändert. Aber aufgepasst: Zieht man eine
    geschmierte Schraube mit dem gleichen Moment an wie eine ungeschmierte, wird bei der ersten
    wesentlich mehr Anziehmoment in Klemmkraft umgewandelt. Im ungünstigsten Fall könnte dies
    bewirken, dass die ungeschmierte Schraube wunderbar hält, die geschmierte aber bricht.

    Warum? Weil die auf die Schraube einwirkende Kraft über der Zugfestigkeit gelegen hat. Oder
    die geschmierte hält prima, aber die ungeschmierte löst sich wieder.
    Denn ist eine Schraube
    überhaupt nicht geschmiert, kann es passieren, dass die Klemmkraft zu klein ist, um die Kräfte
    auszuhalten. Dann könnte sich die Schraube lockern. Andererseits ist es teuer und nicht sehr
    praktikabel, jede Schraube zu schmieren. Ob Schmierung oder nicht, sollte sich der Konstrukteur
    oder der Anwender also genau überlegen.
    https://www.tctuningen.de/cms/upload/wissenswertes/AtlasCopco_EinfuehrungindieSchraubtechnik.pdf
    -
    Wird die Verbindung geschmiert, so verringert sich der Reibungskoeffizient bzw. das Reibfenster
    wird enger (vgl. Abbildung c). Zudem wird nun mit dem gleichen Montagemoment wesentlich
    mehr Vorspannkraft erzeugt. Oder anders ausgedrückt, mit einer geschmierten
    Schraubenverbindung benötigt man wesentlich weniger Drehmoment, um auf ein bestimmtes
    Vorspannkraftniveau zu kommen, als bei trockener Montage. Und darin liegt ein weiterer
    wesentlicher Vorteil, nämlich die Verringerung der Torsionsspannung.
    -
    Alles klar ?
    Gruß
    Hans
     

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  6. doko

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    @Schrott-Gott

    Sehr schöner Beitrag ! Sehr informativ.

    Ich denke aber, der gemeine Autofahrer wird dünn einfetten mit zuviel Fett nicht auseinander halten können. Und, wenn ich es richtig weiß, sind die vom Hersteller angegebenen Drehmomentwerte für nicht gefettete Radschrauben angegeben.
    Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger das Gewinde in der Radnabe in Ordnung zu halten. Im Moment ist Winterreifenwechselzeit und ich erlebe immer wieder, das die Sommeralus und die Winterräder verschiedene Radschrauben haben. Das ist erstmal kein Problem. Dummerweise ist die Länge aber oft unterschiedlich, meist um nur ein paar Millimeter. Die längeren lassen sich von Hand nicht ganz in die Radnabe eindrehen, weil der hintere Teil der Gewindebohrung vergammelt ist. Da stimmt bei anziehen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment dann der auf die Felge übertragene Druck überhaupt nicht.
    Ich für meinen Teil schneide die Gewinde ( nur Vorschneider ) bei jedem zweiten Auto kurz nach, dann passt die Schraube von Hand komplett rein und die Anpresswerte / Drehmoment sind genauso wie vom Hersteller gedacht.
    Das geht natürlich nur, wenn man Handwerkzeug benutzt und keinen Schlagschrauber.

    Klaus
     
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  7. #6 Schrott-Gott, 23.10.2020
    Zuletzt bearbeitet: 23.10.2020
    Schrott-Gott

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    Nicht vergessen:

    Radschrauben ( und -muttern) nach einer Fahrtstrecke von 50 - 100 km nachziehen !

    Reifenwechsel: „Radschrauben nach 50 bis 100 km nachziehen“
    | Es reicht nicht, dass die Rechnung für das Räderwechseln ganz unten einen Hinweis enthält „Radschrauben nach 50 bis 100 km nachziehen“, um die Werkstatt von der Haftung für ein gelöstes Rad zu befreien, entschied das LG Heidelberg pünktlich zum Beginn der Winterreifensaison 2011/2012. |

    Im Urteilsfall trug die Rechnung für den Radwechsel ganz unten den eingangs genannten Hinweis. Knapp 2.000 km nach dem Räderwechsel verlor das Fahrzeug ein Hinterrad. Alle Argumente der Werkstatt gegen eine Haftung konnten die Heidelberger Landrichter nicht umstimmen: Sie lasteten ihr ein Mitverschulden an. Sie selbst gehe ja ausweislich des Rechnungsaufdrucks davon aus, dass sich die Schrauben lösen könnten. Dass die Notwendigkeit zum Nachziehen der Schrauben Autofahrers Allgemeinwissen wäre, hat das Gericht ebenfalls verneint. Vor diesem Hintergrund sei es nicht ausreichend, nur unten - und hier sogar unterhalb der Unterschriftenzeile für den Kunden - auf der Rechnung einen unscheinbaren Hinweis zu geben. Der durchschnittliche Kunde schaue bei einer Rechnung in erster Linie auf die Zahlen. Der Hinweis müsse mündlich oder schriftlich in einer Art und Weise hervorgehoben erteilt werden, die eine Wahrnehmung sehr wahrscheinlich mache (LG Heidelberg, Urteil vom 27.7.2011, Az: 1 S 9/10; Abruf-Nr. 113350).

    PRAXISHINWEIS | Heben Sie den Hinweis auf der Rechnung durch Fettschrift oder Farbe hervor und sprechen Sie den Kunden darauf an. Platzieren Sie den Hinweis zudem so, dass der Kunde ihn im Fall einer Abbuchungsermächtigung mit unterschreibt. Ergänzen Sie dazu den Hinweis durch eine „Zur Kenntnis genommen“-Unterschriftszeile. Zusätzliche Sicherheit erreichen Sie mit einem in das Fahrzeug gelegten Hinweiszettel oder einem entsprechenden Aufkleber am Armaturenbrett (wie das zum Beispiel ATU macht).
    Quelle
    -
    Warum wohl?

    Dass Gerichte hier aufgrund eines m.M. technisch fehlerhaften Gutachtens anders entscheiden, kann man hier nachlesen.
    -
    Gängig ist für Radschrauben M 14x1,5 ("Feingewinde") Das haben leider die wenigsten Schrauber zur Verfügung.
    -
    Mein Fazit:
    Es ist wohl (aufgrund der Hinweispflicht und benannter Unfälle ) gängiger Wissensstand, dass sich (ungefettete) Radschrauben lösen können.
    Die Gründe dafür sind den Texten zu entnehmen.

    Ob
    sind, spielt dabei m.M. keine Rolle.

    Auch beim Anzug mit dem "richtigen" Drehmoment !

    -
    Ich habe in den 40+ Jahren NUR 3 mal gelöste Radschrauben erlebt - immer nach Wechsel in der Werkstatt (die nicht Fetten darf). (Und bei technisch völlig unbedarften Menschen, die schon unfähig/unwillig sind, den Luftdruck regelmässig zu überprüfen. Und sich dann beschweren, das Auto fahre so "schwammig - mit 0,8 bar im Reifen !!! - und die NIE die Schrauben nachgezogen haben, geschweige denn nochmal in die Werkstatt gegangen sind )

    DREI MAL zu viel... .
    -
    p.s.: Eine "nette" Diskussion dazu:
    https://www.motor-talk.de/forum/schrauben-nachziehen-nach-50-km-nach-raederwechsel-noch-zeitgemaess-bzw-erforderlich-stahlfelge-t5850146.html?postId=48604151&rank=thumbsUp&realAction=/forum/aktion/PostJump.html
     
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  8. #7 Schrott-Gott, 23.10.2020
    Schrott-Gott

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    Nachtrag nach Lesen einiger Beiträge bei MT:
    Nachziehen bedeutet NICHT:
    Mit dem Drehmoment einfach noch mal nur kurz "Knacken" lassen !

    NACHZIEHEN heißt:
    Einzeln - über Kreuz ! - lösen und nochmals mit dem richtigen Drehmoment neu anziehen !
    (Das Losbrechmoment ist immer größer als das Anzugsmoment).
     
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  9. #8 sturmtiger, 23.10.2020
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    So ähnlich mach ich's auch:

    Radnabe und Auflagefläche säubern, Radnabe dünn mit Keramikpaste einschmieren (allerdings Petec, mit LM hab ich nicht so gute Erfahrungen gemacht), und die Schrauben werden abgeputzt und mit Sprühöl benetzt vorm anziehen.

    Dann mit 110Nm (Alu) anziehen, und anschließend 110Nm + einen Schuss mehr beim Kontrollieren.

    Und dann natürlich nach X km nachziehen mit der gleichen 110Nm + "Schuss" Prozedur.
     
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  11. #9 firefigtheralex, 23.10.2020
    firefigtheralex

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    Danke für die sehr interesanten Beiträge...ich werde das mal mit der Kermamikpaste ausprobieren...das mit den einschmieren der Radschrauben finde ich auch sehr informativ da ich meine Räder auch immer mit ein Akkuschlagschrauber wechseln tue und die meistens nur trocken reingeknallt habe.
     
  12. #10 Heisenberg, 23.10.2020
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    Nein! Bitte nicht machen.
    Zu dem Thema Fett oder Keramikpaste auf den Schrauben-Gewinden möchte ich nichts sagen, aber ich bin da voll auf @Schrott-Gott Seite und Praktiziere es selber seit Jahren so.
    Mir ist noch kein Rad abhanden gekommen und Probleme mit Rost oder Lösen hatte ich auch noch nie.

    Viel Wichtiger ist ein Drehmomentschlüssel , auch wenn es Baumarkt-kram ist!
     
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Thema:

Wie das Festrosten bzw. Festbacken der Winterräder verhindern

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